2. Mulde-Fluss-Tag zieht viele Besucher an

Auch der 2. Mulde-Fluss-Tag war ein voller Erfolg. Bei tollem Wetter informierten sich zahlreiche Besucher über das Projekt "Wilde Mulde". Die am Projekt beteiligten Forschungsinstitute bauten einen spannenden Parcours zum beobachten und experimentieren auf. Das MIMAMU-Mitmachmuseum animierte Groß und Klein aus Naturmaterialien urige Mulde-Monster zu basteln. Der FÖLV führte einige zukünftige Naturkundler in die Umgebung und die geführte Radtour ermöglichte es den Besuchern die Muldeaue weiträumig zu erkunden. Unser Dank gilt allen Beteiligten und auch dem Landhaus Dessau welches ein toller Gastgeber war.  

Deutschlands größter Auenwald geht ans Netz

Der letzte Freitag war ein besonderer Tag für die Arbeit des WWF Deutschland an der Mittleren Elbe: gemeinsam mit der Bundesumweltministerin Frau Dr. Barbara Hendricks, Herrn Dr. Reiner Haseloff, dem Ministerpräsidenten und Frau Prof. Dr. Claudia Dalbert, der Umweltministerin des Landes Sachsen-Anhalt sowie weiteren Förderern und Projektpartnern setzte Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz des WWF Deutschland, den ersten Spatenstich zur Öffnung des Altdeiches im Lödderitzer Forst.

Rund sieben Jahre nach Baubeginn des neuen Elbdeiches im Lödderitzer Forst nahe Dessau und sechzehn Jahre nach Projektstart steht die größte Deichrückverlegung Deutschlands vor ihrer planmäßigen Fertigstellung. Am Freitag wurde der Auftakt für die endgültige Rückverlegung des Deichverlaufs auf einer Länge von mehr als sieben Kilometern gefeiert. Das schafft eine zusätzliche Überflutungsfläche von 600 Hektar und der Auenwald bekommt wieder Anschluss an das natürliche Hochwassergeschehen. "Im Biosphärenreservat Mittelelbe werden durch die Deichrückverlegung 900 Hektar des Lödderitzer Forstes wieder Teil eines der größten zusammenhängenden Auenwaldgebiete Deutschlands, also zu echten, überflutbaren Auenwäldern. Ein einmaliges Refugium für viele seltene Tiere und Pflanzen, vom Biber bis zum Fischadler. Das ist einzigartig in Deutschland. Nach vielen Jahren der Planung und des Baus können wir nun endlich die Erfolge unserer Arbeit einfahren", freut sich Christoph Heinrich.

Das WWF-Projektgebiet ist eingebunden in einen für Mitteleuropa einzigartigen Verbund von Auenwäldern, die wieder an die natürliche Dynamik der Elbe angeschlossen sein werden.

Weitere Informationen zum Projekt und zur Altdeichöffnung finden Sie auf den Seiten des WWF.

Der MDR berichtete von der Altdeichöffnung.  

Beginn der Arbeiten zum Einbau der Raubäume

Nach Erhalt der Genehmigung wurde nach öffentlicher Ausschreibung ein Unternehmen mit dem Einbau der Raubäume beauftragt. Noch bis Ende Februar (bei kalter Witterung auch bis in den März) können die Raubäume im Fluss verankert werden. Derzeit sinken die Pegel - allerdings steht in den Hochlagen eine Schneeschmelze bevor. Die Baufirma ist dennoch zuversichtlich innerhalb der nächsten zwei Wochen die Bäume einbauen zu können. Die Mitteldeutsche Zeitung berichtete heute ausführlich zum geplanten Start der Baumaßnahme.

Einbau der Raubäume wurde genehmigt

Im September wurde der Einbau von Raubäumen zur Genehmigung bei der Stadt Dessau-Roßlau eingereicht. Kurz vor Weihnachten hat der WWF von der Genehmigungsbehörde die Erlaubnis erhalten das Vorhaben im Jahr 2017 umzusetzen. Vorausgegangen, war ein Planungsprozess, bei dem sich die an das Projektgebiet angrenzenden Ortschaften aktiv eingebracht haben. Der WWF möchte sich für das oft ehrenamtliche Engagement aller Beteiligten bedanken. Durch das energische Eintreten der Bürgerinnen und Bürger für ihre Ortschaften, wurde die Planung maßgeblich in vielen Punkten beeinflusst:
  • Ausführliche und sehr detaillierte Untersuchung der Auswirkung auf die Hochwasserrisiken,
  • Abschluss einer Vereinbarung zwischen WWF und LHW zum Umgang mit den Bäumen nach Projektende,
  • Einbau eines Sturzbaums als Uferschutz im Bereich Törten,
  • alle Maßnahmen, auch weitere Projektbestandteile, werden immer zusammen und nie einzeln bei der Genehmigung betrachtet,
  • Aufbau eines Totholzmonitorings im Projektgebiet.
Das ist eine Bilanz die sich sehen lassen kann und den Bedenken in den Ortschaften Rechnung trägt. Der WWF hofft auf dieser Basis auch in die nächsten Planungsschritte für die Wiederherstellung des Naturufers und die Anbindung des Seitenarms im kommenden Frühjahr gehen zu können.

Antrag auf Genehmigung des Einbaus der Raubäume läuft

Heute berichtet die MZ über den Stand des Genehmigungsverfahrens zum Projekt. Zunächst wurden nur die Planungen der Raubäume zur Prüfung eingereicht. Die anderen Maßnahmen können auf Grund ausstehender naturschutzfachlicher Bewertungen, die erst im Frühjahr durchgeführt werden können, noch nicht vollständig geplant werden. Jede weitere Planung baut aber auf der anderen auf. Das heißt, dass alle Prüfungen der Behörden immer die Gesamtheit aller Maßnahmen des Projektes berücksichtigen. Das ist gut so und wurde auch seitens des WWF in den zahlreichen Informationsangeboten zum Projekt immer wieder so kommuniziert. Der WWF hat den Anliegergemeinden und der interessierten Öffentlichkeit folgende Informationsangebote unterbreitet:
  • 13.04.2015 Informationsveranstaltung in Waldersee für die Ortschaftsräte, Einladung Ortschaftsrat Waldersee
  • 15.09.2015 Informationsveranstaltung in Waldersee für die Ortschaftsräte, mit geladenen Experten für Flussrenaturierung und Vertreter des Projektträgers, Einladung Umweltamt Dessau-Roßlau
  • 03.11.2015 Projektvorstellung im Naturschutzbeirat der Stadt Dessau-Roßlau
  • 02.03.2016 Vorstellung des Projektes im Stadtbezirksbeirat Süd
  • 07.03.2016 Vorstellung des Projektes im Ortschaftsrat Sollnitz (OR + ca. 25 Personen)
  • 15.03.2016 Vorstellung des Projektes im Ortschaftsrat Kleutsch (OR + ca. 30 Personen)
  • 15.03.2016 Vorstellung des Projektes im Ortschaftsrat Mildensee (OR)
  • 22.03.2016 schriftliche Information der Stadt Raguhn-Jessnitz über das Projekt
  • 22.03.2016 Vorstellung des Projektes im Bauausschuss der Stadt Dessau-Roßlau
  • 22.03.2016 Online-Schaltung der Projektwebsite www.wilde-mulde.de inkl. der Veröffentlichung häufig gestellter Fragen aus den Anwohnerversammlungen
  • 29.03.2016 Vorstellung des Projektes im Ortschaftsrat Waldersee (OR + ca. 2 Personen)
  • 05.04.2016 öffentliche Projektauftaktveranstaltung im Krötenhof inkl. öffentlicher Diskussionsrunde (ca. 120 Personen anwesend)
  • 14.04.2016 Fahrradexkursion im Projektgebiet mit interessierten Sollnitzer und Kleutscher Bürgern im Bereich Sollnitz (ca. 10 Personen)
  • 18.05.2016 Durchführung eines freiwilligen Scopingtermins, bei dem u.a. Vertreter aller Anliegergemeinden anwesend waren und die Prüf- und Untersuchungsziele mitbestimmen konnten
  • 31.05.2016  Vorstellung des Projektes im Ortschaftsrat Retzau / Schierau
  • 29.08.2016 Vorstellung der Planungsergebnisse vor Einreichung bei den Ortschaftsräten im Krötenhof und Darstellung das Anfragen aus dem Scopingtermin vom 18.05.2016 berücksichtigt wurden
  • 12.09.2016 Vorstellung des Projektes für Mitarbeiter des Umweltbundesamtes
  • 12.09.2016 Vorstellung des Projektes im Stadtbezirksbeirat Nord und Mitte, Süd
  • 14.09.2016 Erstellung eines Informationsangebotes im Offenen Kanal Dessau (Ausstrahlung voraussichtlich ab KW 38)
  • 25.09.2016 Mulde-Fluss-Tag am Landhaus - Informationen zum Vorhaben und Angebote zur Beschäftigung mit der Wildflusslandschaft Mulde
  • 10.10.2016 Bericht zur "Wilden Mulde" im offenen Kanal (1 h) - eine Woche lang verfügbar

1. Mulde-Fluss-Tag zieht viele Besucher an

Der 1. Mulde-Fluss-Tag war ein voller Erfolg. Bei tollem Wetter informierten sich zahlreiche Besucher über das Projekt "Wilde Mulde". Die am Projekt beteiligten Forschungsinstitute bauten einen spannenden Parcours zum beobachten und experimentieren auf. Das MIMAMU-Mitmachmuseum animierte Groß und Klein aus Naturmaterialien urige Mulde-Monster zu basteln. Der FÖLV führte einige zukünftige Naturkundler in die Umgebung und die Junkers Paddelgemeinschaft ermöglichte es den Besuchern die Mulde vom Wasser aus kennenzulernen. Unser Dank gilt allen Beteiligten und auch dem Landhaus Dessau welches ein toller Gastgeber war.  

Auf Entdeckungstour an der Mulde Zwei Quellen und ein Fluss

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet über die Mulde und ihre Auen. Ein interessanter Artikel allerdings weist er zwei kleine Ungenauigkeiten auf. Zum einen ist der letzte Einstau nicht bei Pouch, sondern es folgen noch Wehre in Jeßnitz, Raguhn und Dessau. Zum Anderen ist die Aussage, die Mulde sei einer der am schnellsten fließenden Flüsse Mitteleuropas schlicht falsch. Zwar weist das Einzugsgebiet der Mulde für viele wichtige Fließwege Gesamtgefälle von 600 bis 900 Metern auf, so dass hier für Norddeutschland außergewöhnlich hohe Fließgeschwindigkeiten vorherrschen, allerdings fließen einige Flüsse insbesondere im Alpengebeiet wesentlich schneller.