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„Flussholz“ – unverzichtbar im Flussbett oder Risikoelement?

02. August 2019

Fachkolloquium am 13.-14.11.2019 in Dessau

Umgestürzte und freigespülte Bäume und große abgebrochene Äste sind wichtige natürliche Komponenten unserer Flüsse. Sie gestalten das Flussbett und die Ufer und stabilisieren die Flusssohle. Zudem bieten sie Kleinstlebewesen und Fischen Lebensraum. Sie sind wesentliche Strukturelemente die zur Erreichung des guten ökologischen Zustands der Gewässer notwendig sind.

Im Gegensatz dazu fokussiert die Gewässerbewirtschaftung in der Regel immer noch auf die Entnahme von Gehölzen aller Art. Es wird als Risiko für Hochwasserschutzanlagen und auch Verklausungen betrachtet. Häufig wurde und wird darüber hinaus präventiver Rückschnitt von Ufergehölzen bis hin zu Uferbefestigung zur Reduzierung des Gehölzeintrags angewendet.

Mit dem Fachkolloquium „Flussholz“ soll dieses Spannungsfeld näher beleuchtet und ein Austausch zwischen Akteuren in Forschung und Praxis angeregt werden

Veranstaltungsort

Das Kolloquium wird an der Hochschule Anhalt, nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof und in unmittelbarer Nähe des Bauhauses Dessau stattfinden. Die genaue Räumlichkeit wird noch bekannt gegeben.

Programm, 13.11.2019

Änderungen vorbehalten!

Block 1: 12.30 – 13.30 Uhr
Die Bedeutung von Flussholz im Gewässer

  • Die flussmorphologische und biologische Bedeutung großen Flussholzes, Christine Anlanger, UFZ Magdeburg, Department Fließgewässerökologie
  • Bedeutung von natürlichem Holzeintrag, Michael Seidel, Hochschule Magdeburg

13.30 – 14.30 Uhr – Mittagspause

Block 2: 14.30 – 15.30 Uhr
Zielvorstellungen und heutige Situation

  • Totholzanteil in den Fließgewässertypen, Zielgrößen nach WRRL, derzeitiger Zustand im überregionalen Kontext, Uwe Koenzen
    Planungsbuero Koenzen
  • Umgang mit Totholz an bayerischen Fließgewässern – vom Entwicklungsziel zur praktischen Umsetzung, Timo Krohn, LfU Bayern

15.30 – 16.30 Uhr – Kaffeepause

Block 3: 16.30 – 18.00 Uhr
Einbringung künstlichen Totholzes – Aufwand & Nutzen

  • Renaturierung von Gewässern mit Totholzkomponenten an österreichischen Donauzuflüssen, Roland Schmalfuß, Verbund /AT
  • Einbau von Raubäumen / Totholz in dynamischen Fließgewässern in NRW, Hannes Schimmer / Andreas Vollmer (Bez. Reg. Münster, NRW; Ing.büro Vollmer, Geseke)
  • Erfahrungen mit dem Einbau von großen Raubäumen an der unteren Mulde bei Dessau, Georg Rast / Heiko Schrenner, WWF Deutschland

19.30 Uhr – gemeinsames Abendessen

Programm, 14.11.2019

Block 4: 09.00 – 10.30 Uhr
Flussholz in der öffentlichen Wahrnehmung

  • Rechtliche Aspekte der Gewässerunterhaltung in Bezug auf Holzvorkommen (natürlicher und künstlicher Eintrag), Martin Dittrich, TLUBN Thüringen
  • Warum Natur nicht immer Wildnis ist – (Fluss-) Landschaften in unserer Wahrnehmung, Thomas Steinberg, freier Journalist

Block 5: 10.30 – 11.00 Uhr
Abschlussdiskussion, kurzes Resümee, weiteres Vorgehen


Block 6: 11.00 – 16.00 Uhr
Exkursion in die Muldeaue

  • Prallufer mit natürlichem Totholzeintrag (Referenzabschnitt)
  • Flusstyp-orientierte Uferentsicherung im Prallhangbereich
  • Maßnahmestellen mit eingebauten Raubäumen

Versorgung mit Lunchpaketen, Länge der Exkursion je nach zeitlicher Verfügbarkeit, Transport mit Kleinbussen geplant.

Alle Züge ab 16 Uhr ab Hauptbahnhof Dessau-Roßlau werden erreicht.

Empfehlungen

Vom 15.11.-16.11 findet das Gewässerschutzforum der Umweltverbände in Dessau-Roßlau am Umweltbundesamt statt – Thema: “Gewässerschutz geht nur gemeinsam!“

Unter dem Titel „Dessau und das Bauhaus: Gemeinsamer Aufbruch in die Moderne“ feiert Dessau-Roßlau das Jubiläum 100 Jahre Bauhaus. Dazu wird am 08.September das Bauhausmuseum eröffnet. Es bieten sich somit vielfältige Entdeckungsmöglichkeiten zu dieser Thematik.

Zudem liegt Dessau im Zentrum des Biosphärenreservates Mittelelbe und im Gartenreich Dessau-Wörlitz.

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