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Idealbild Auwald/ Auenwiesen

04. Dezember 2019

Intakte Auen zählen in unseren Breiten zu den artenreichsten Ökosystemen. Durch schwankende Wasserstände geprägt, unterliegt dieser Ökokomplex einem ständigen Wandel. Jedes Hochwasser sortiert und überformt die einzelnen Lebensräume innerhalb der Aue ein Stück weit neu. Auch werden nicht alle Bereiche der Aue gleich häufig und gleich lange überflutet, was eine Zonierung von unterschiedlichen Lebensbedingungen und damit unterschiedlichen Lebensräumen zur Folge hat. Der Auwald, als ein Bestandteil der Aue, wird, je nach Überflutungshäufigkeit in den Hartholz- und in die Weichholzaue unterteilt.

Dabei sind die Weichholzauen vor allem durch Weiden gekennzeichnet, während Stiel-Eiche, Gemeine Esche sowie Flatter-Ulme zu den Hauptbaumarten der Hartholzaue zählen. Die Arten in der Krautschicht der Hartholzaue werden als Frühjahrgeophyten bezeichnet. Diese Frühblüher nutzen das kurze Zeitfenster nach dem Winter, wenn die Tage bereits wieder länger und damit lichtreicher werden bis zum Kronenschluss der Bäume für ihren gesamten Lebenszyklus. Ihr Schattendasein nach Kronenschluss überdauern sie schließlich mit Speicherorganen wie Zwiebeln, Pflanzenknollen oder Rhizome in denen sie sich Vorräte in Form von Reservestoffen wie Stärke angelegt haben.

Durch die Bewirtschaftung der Auen werden die Auenwälder heute vielerorts durch Auenwiesen ersetzt. Auch diese zeichnen sich bei einer entsprechenden Fließgewässerdynamik durch einen hohen Artenreichtum aus und auch sie lassen sich in Abhängigkeit von Überflutungshäufigkeit und -dauer in verschiedene Bereiche einteilen.

Durch die Eindeichung der Fließgewässer gehen die dynamischen Prozesse eines Flusses jedoch häufig verloren. Darüber hinause trocknen die Auen aus, so dass Auenwälder heute stark in ihrem Bestand gefährdet sind. Der Steckby-Lödderitzer-Forst an der Elbe ist der letzte größte zusammenhänge Auen-Ökokomplex.

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